Der Rhein
 

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Der Rhein
Auenlandschaft
Kaiserstuhl

 

Der Rhein - gezähmte Wildheit
 

Nicht von den Dichtern gepriesen, keine sagenumwobenen Geschichten, keine mystische Loreley - und dennoch ist der Rhein auch in diesem Abschnitt für seine Anwohner ein Mythos.
 Mit einer Normalbreite von 3-4 km und bei Überschwemmungen bis 12 km war der Rhein für viele Anlieger Schicksal und Herausforderung zugleich.  Die Menschen nutzten diese "Auenregionen", welche sehr fruchtbaren Boden besitzen, zur Landwirtschaft , den Rhein zum Fischfang.

Doch die Hochwasser rissen Felder manchmal auch ganz Dörfer mit sich, verwüsteten ganze Landstriche und sorgten für Seuchen und Krankheiten. Die Auenwälder waren Urwälder und man kann wohl mit recht von einer grünen Hölle sprechen. Wer im Hochsommer in den schnakenreichen Auewäldern unterwegs ist, der spürt instinktiv, dass man nicht in den Amazonasdschungel gehen muss um diese grüne Hölle zu erleben. So war vor allem in den Sumpfgebieten des Oberrhein die Malaria eine gefürchtete Krankheit. Heute ist der Rhein gebändigt und die Malaria ausgerottet. Doch es sind noch wenige Reste dieser einstigen grünen Hölle zu finden, die wir heute als Idylle empfinden:
Altrheinarme mit kristallklaren, von Quellen gespeisten Giesen. Mächtige Bäume mit Lianengirlanden. Alte, hölzerne Fischerkähne, unter Weidengalerien. Wunderschöne Auewälder wie den Taubergießen mit großen Orchideenwiesen und den einst heiß umkämpften Wyhler Wald, wo das Badenwerk ein AKW bauen wollte. Hier leben Eisvogel, Pirol aber auch Graureiher und Kormoran, Grasfrosch und Gelbbauchunke, Ringelnatter und Prachtlibelle. 

Der Wandel von dieser unberechenbaren Naturgewalt zu einem kontrollierten und schiffbaren Strom vollzog sich über Jahrhunderte und ist auch heute nicht beendet.
Ein Name taucht aus diesem Grund in vielen Straßen- und Gebäudenamen am Rhein immer wieder auf: Johann Gottfried Tulla. 
Immer wieder gab es Bestrebungen diesen wilden Fluss zu zähmen, ihm ein geregeltes Bett zu verpassen. Der Ingeniuer Tulla (1770 - 1828) war es , der dann diesen Plan umsetzte. Unter seine Führung begann von der bis heute als Tulla'sche Rheinkorrektur bekannte Umbau des Rheinbettes.
Wesentliche Elemente des Tulla'schen Planes waren
 

  • Begradigung und Einengung des Flussbettes auf 200-250 m
  • "Abschneiden" der Schlingen mit Durchstichen - nördlich von Karlsruhe
  • Bau richtiger Dammanlagen
  • Verstärkung der Form
  • Vertiefung des Flussbettes

Die Pläne waren erfolgreich: die Überschwemmungen waren beendet und es wurde viel zusätzliches Land gewonnen. Erst im Lauf der Jahre  wurden dann die Nachteile dieser Begradigung deutlich: die erhöhte Fließgeschwindigkeit bewirkte eine stärkere Erosion, damit ein tieferes Einschneiden des Flussbettes. Es kam zu erheblichen Grundwasserabsenkungen und teilweise auch zu Versteppungen.