Wie schmeckt Wein?
Grüner Apfel, Zitrone, schwarze Johannisbeere, Geranie, Muskatnuss, grüner Paprika - dies ist nicht die Zutatenliste für einen exotischen Fruchtcocktail, sondern dies sind die Aromen die dem Müller-Thurgau zugeordnet werden. Wenn Sie bei einer Weinprobe am Kaiserstuhl solche Weinbeschreibungen hören, handelt es sich keineswegs um ein reines Fachchinesisch einiger abgefahrener Winzer. Dahinter steckt ein ganz plausibles und für alle nachvollziehbares System. Auch wenn der Laie oft nicht in der Lage ist, all diese Aromen zu riechen, so lohnt es sich dennoch sich einmal mit dem System zu beschäftigen. Denn für all diese Beschreibungen hat man ein System entwickelt, an dem sich die Winzer orientieren und das auch für den Laien nachvollziehbar ist: das Aromarad. Das komplette Genusserlebnis mit dem Wein-AromaradDazu muss man wissen, dass sich Genuss - insbesondere der von Wein - nicht nur auf der Zunge abspielt, sondern ganz wesentlich auch in der Nase. GeschmackDer Geschmacksinn liefert uns nur ein Grundmuster und informiert über die Harmonie des Weines. Die Geschmacksknospen der Zunge lassen uns die vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter und salzig erkennen. Demgegenüber vermittelt der Geruch dessen Vielfalt und unendliche Feinheiten. GeruchIm Geruch hingegen offenbaren sich über tausend Geruchsnuancen,
von denen die wichtigsten für deutsche Weine im Aromarad zu finden sind. Das
komplette Genusserlebnis bilden Geschmack und Geruch aber erst gemeinsam. Beim
Schmecken des Weines treten, durch ausgiebiges Schlürfen unterstützt, die
Aromastoffe in die Atemluft und beim Ausatmen zwangsläufig in die Nase. Hier
entscheidet sich erst, ob der Wein fruchtig oder blumig schmeckt. Wie wichtig
dieser sogenannte retronasale Geruch während des Schmeckens ist, kann jeder bei
einem Schnupfen feststellen, wenn selbst die Lieblingsspeise plötzlich fad
schmeckt, da der Zugang zum Geruchssinn für die Aromastoffe blockiert ist.
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