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Weinbau im Breisgau
hat eine lange Tradition
Das Klima in dieser Region ist ideal für den Weinanbau: der Kaiserstuhl ist
das sonnenreichste und wärmste Rebengebiet in Deutschland. Gleichzeitig
liegt die Oberrheinebene im Regenschatten der Vogesen. In der wärmsten
Südwestecke fallen nur 600 mm Niederschlag.
Die ersten Formen des Weinbaus sind bereits aus dem antiken Mesopotamien
(heute Irak) bekannt. Dort wurde bereits im 4. Jahrtausend vor Chr. die
Weinrebe (Vitis vinifera) angebaut. Fast der gesamte Wein, der heute
weltweit produziert wird, stammt von dieser Rebe. Die Weinkultur ist über
Ägypten, Griechenland und Spanien nach Europa gekommen.
Viele der heutigen Vorschriften im Weinbau basieren auf einer langen
Tradition. So hat bereits im Jahre 795 Karl der Große in seiner "Capitulare
villis" verordnet:
- über Weinernten und Vorräte ist genau Buch zu führen (bis heute das sog.
Kellerbuch)
- Übermengen zu melden
- Wein in Fässern mit Eisenreifen zu lagern - nicht mehr in Schläuchen-
- das Stampfen der Trauben mit den Füßen wurde verboten
Aufschwung erhielt der Weinbau auch durch den Feldobristen Lazarus von
Schwendi. Er war ein Förderer des Weinbau. "Nebenbei" brachte er noch die
Grauburgundertraube nach Deutschland und Frankreich.
Seit dem 17. Jahrhundert wird der Wein in Flaschen gelagert und ein Korken
als Verschluss verwendet. (Der Korken war schon zur Römerzeit bekannt,
geriet aber im Laufe der Geschichte wieder in Vergessenheit.)
1813 war Baden mit 26.000 ha Rebfläche das größte Weinanbaugebiet in
Deutschland. 1835 als der Zollverein ins Leben gerufen wurde, waren 190
Trauben-Sorten bekannt.
Seit 1863 setzt die Reblaus dem Weinbau erheblich zu. Die Reblaus kam aus
Amerika und zerstört die Wurzel der Weinreben und tötet somit den Stock. Um
dem zu begegnen werden die Weinreben heute gepfropft. Weitere Krankheiten
wie Oidium und Peronospora waren weitere Ursachen für die damalige
erhebliche Reduzierung der Rebfläche .
Mit zunehmendem Blick auf die Qualität, war in den 60er und 70er Jahren eine
starke Zunahme der Rebflächen zu verzeichnen. Von 1955 bis 1968 nahm die
Rebfläche von 1573 ha auf ca. 4000 ha zu. Der Gesamtertrag stieg von 74403
hl auf 356273 hl. Heute nimmt die Rebfläche nicht weiter zu. Grund dafür
sind die Rekordernten der 80er Jahre die einen Anbaustopp nach sich zogen.
Zudem wurden Hektarhöchsterträge festgelegt die zwischen 70 und 90 hl
liegen. Das Anbaugebiet Baden (zu dem der Breisgau gehört) hat sich als
einziges Weinbaugebiet in Deutschland für die Weinbauzone B entschieden.
Dies sieht höhere Ausgangsmostgewichte vor. Dadurch wird eine
Mindestqualität sichergestellt. Trotzdem nahm das Kapazitätsvolumen der
Zentralkellerei in Breisach, des "Badischen Winzerkellers", von 1983 mit 120
Mio Litern auf 160 Mio Litern die heute angegeben werden zu.
Auf über 4500 ha Reben (dies entspricht fast einem Viertel der badischen
Anbaufläche) werden heute vor allem Burgundersorten, Müller-Thurgau und
Silvaner angebaut. Natürlich findet man auch hervorragende Weine aus Rebsorten
wie Muskateller, Gewürztraminer, Auxerrois, Riesling, Kerner, Scheurebe,
Chardonnay,.
Die Weinanbieter sind die Produzenten: probieren Sie die Weine direkt bei
den Winzern oder den Winzergenossenschaften. Bei einer Weinprobe können Sie
unter den vielfältigen Geschmacksrichtungen Ihren persönlichen Favoriten
herausfinden. Denn keine Weinbauregion bietet eine solche Vielfalt an Weinen
wie der Kaiserstuhl und der Breisgau. Ganz zwanglos bietet sich eine
Weinprobe auch in einer der zahlreichen Straussen an. Die
Strausswirtschaften sind Winzerbetriebe die Ihren eigenen Wein ausschenken,
begleitet von einen deftigen Vesper. Viele Straussen haben nur begrenzt
geöffnet. Deshalb empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten vorher anzuschauen.
Natürlich haben die Straußen auch einen Weinverkauf.
Badische Weinstraße: Lernen Sie die Ortschaften des Breisgau doch einmal
durch eine Fahrt entlang der Badischen Weinstraße kennen..
Vor allem in den letzten Jahren sind neben guten Weinen auch hervorragende
Winzersekte zu finden. Hier haben die badischen Winzer allerdings erheblich
gegen die Preise aus dem nahe gelegenen Elsass zu kämpfen: denn anders als
im Elsass wird in Deutschland auf jede Flasche Sekt eine Steuer erhoben. Bei
einer 0,75 l-Flasche sind dies immerhin über 1 EURO, die dem badischen
Winzer fehlen. Die hohe Qualität vieler Winzersekte halten auch einen
Vergleich mit dem französischen Champagner stand.
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